Bohrlochabstand & Bohrlochtiefe – Horizontalsperre richtig planen

Die Wirksamkeit einer Horizontalsperre hängt entscheidend von der richtigen Anordnung der Bohrlöcher ab. Bohrlochabstand und Bohrlochtiefe bestimmen, ob sich das Injektionsmaterial gleichmäßig im Mauerwerk verteilt.


Warum der Bohrlochabstand entscheidend ist

Zwischen den Bohrlöchern müssen sich die Wirkbereiche überlappen. Nur so entsteht eine durchgehende Sperrschicht ohne Unterbrechungen.

  • zu großer Abstand → Lücken in der Sperre
  • zu kleiner Abstand → unnötiger Materialverbrauch

Eine unvollständige Sperre führt dazu, dass die Kapillarwirkung weiterhin aktiv bleibt.


Typische Bohrlochabstände

Der erforderliche Bohrlochabstand hängt stark vom eingesetzten Verfahren ab. Entscheidend ist, ob sich die Wirkzonen im Mauerwerk zuverlässig überlappen.

  • wässrige Systeme (z. B. Mikroemulsionen): häufig 10–12 cm
  • moderne wasserfreie Polymer-Systeme: bis ca. 25 cm möglich

Der größere Abstand bei wasserfreien Systemen ergibt sich aus der besseren Verteilung im Porengefüge und der zuverlässigeren Wirkung auch in Feinporen.

Die genauen Werte können je nach Material variieren.

Ein geringerer Bohrlochabstand ist häufig ein Hinweis darauf, dass das System nicht gleichmäßig oder tief genug im Mauerwerk wirkt.


Bohrlochtiefe richtig bestimmen

Die Bohrlochtiefe sollte in der Regel etwa 80–90 % der Wandstärke betragen.

  • zu flach → unvollständige Durchdringung
  • zu tief → Materialverlust oder Durchbruch

Wichtig ist, dass die Sperrebene vollständig im Wandquerschnitt liegt.


Bohrwinkel

Die Bohrlöcher werden meist leicht nach unten geneigt gesetzt. Dadurch wird verhindert, dass das Material aus den Bohrlöchern zurückläuft.


Zusammenhang mit Materialverbrauch

Bohrlochabstand und -tiefe haben direkten Einfluss auf den Materialbedarf.

Je enger der Abstand und je tiefer die Bohrung, desto höher der Verbrauch – aber auch desto sicherer die Sperrwirkung.


Typische Fehler

  • unregelmäßiger Bohrabstand 
  • nicht durchgehende Bohrlinie
  • abweichende Bohrtiefen
  • fehlende Überlappung der Wirkzonen

Diese Fehler führen häufig zu unvollständigen Horizontalsperren.


Fazit

Bohrlochabstand und Bohrlochtiefe sind entscheidende Faktoren für die Wirksamkeit einer Horizontalsperre. Nur bei gleichmäßiger und korrekt geplanter Anordnung entsteht eine durchgehende Sperrschicht.


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