Mechanische Horizontalsperre – Funktionsweise und Bewertung
Mechanische Horizontalsperre – Funktionsweise und Bewertung
Die mechanische Horizontalsperre gehört zu den klassischen Verfahren zur nachträglichen Abdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit. Im Gegensatz zu Injektionssystemen erfolgt die Unterbrechung des Wassertransports hier durch eine physische Trennung des Mauerwerks.
Funktionsprinzip
Beim Mauersägeverfahren wird das Mauerwerk horizontal aufgetrennt. In die Schnittfuge wird anschließend eine Sperrschicht eingebracht, die den kapillaren Wassertransport unterbricht.
- mechanische Trennung der Kapillaren
- Einbau einer dichten Sperrschicht
- keine Abhängigkeit von chemischen Reaktionen
Der Kapillaraufstieg wird konstruktiv unterbunden – unabhängig von der Kapillarwirkung im Mauerwerk.
Vorteile
- physikalisch eindeutig wirksam
- dauerhafte Trennung des Mauerwerks
- unabhängig von Feuchtegehalt und Materialverteilung
Technische Herausforderungen
- starker Eingriff in die Bausubstanz
- hoher Arbeitsaufwand
- Risiko statischer Beeinträchtigungen
- nicht in jedem Mauerwerk problemlos umsetzbar
Insbesondere bei unregelmäßigem Mauerwerk oder hoher Belastung kann das Verfahren technisch anspruchsvoll sein.
Abgrenzung zu Injektionsverfahren
Während Injektionsverfahren versuchen, die Oberflächenenergie der Porenwände zu verändern, setzt die mechanische Horizontalsperre auf eine vollständige Trennung.
Beide Ansätze verfolgen das gleiche Ziel: den kapillaren Wassertransport dauerhaft zu stoppen.
Einordnung im Vergleich
Im Vergleich zu chemischen Verfahren:
- keine Verdünnungsprobleme
- keine chemischen Nebenreaktionen
- dafür hoher baulicher Aufwand
Gesamtüberblick: Injektionsverfahren im Vergleich
Fazit
Die mechanische Horizontalsperre ist ein technisch wirksames Verfahren, das den kapillaren Wassertransport konstruktiv unterbricht. Aufgrund des Eingriffs in die Bausubstanz ist sie jedoch nicht in jedem Fall die wirtschaftlich oder praktisch sinnvollste Lösung.

