Silikon-Mikroemulsionen – technische Bewertung
Silikon-Mikroemulsionen – technische Bewertung
Silikon-Mikroemulsionen gehören zu den am häufigsten eingesetzten Injektionssystemen bei nachträglichen Horizontalsperren. Sie basieren auf wässrigen Emulsionen, in denen hydrophobierende Wirkstoffe fein verteilt sind.
Entscheidend ist jedoch nicht die Bezeichnung „Mikroemulsion“, sondern die tatsächliche bauphysikalische Wirkung im Mauerwerk.
Funktionsprinzip
Das System wird als wasserbasierte Lösung in das Mauerwerk eingebracht. Nach der Injektion soll sich der Wirkstoff an den Porenwänden ablagern und eine wasserabweisende Wirkung erzeugen.
Im Gegensatz zu wasserfreien Polymer-Injektionen wird dabei jedoch immer zusätzlich Wasser in das Mauerwerk eingebracht.
Technische Herausforderungen
- Verdünnung durch vorhandenes Porenwasser
- ungleiche Verteilung im Mauerwerk
- begrenzte Eindringtiefe in Feinporen
- Transport mit dem Wasserstrom im Porensystem
Gerade in stark durchfeuchtetem Mauerwerk kann es dazu kommen, dass sich der Wirkstoff nicht gleichmäßig verteilt.
Problem der Feinporen
Die Emulsionströpfchen sind häufig größer als die feinsten Poren im Baustoff. Dadurch entstehen sogenannte Filterzonen, in denen sich das Material absetzt, während tieferliegende Bereiche unbehandelt bleiben.
Das führt zu einer ungleichmäßigen Sperrwirkung.
Bauphysikalische Bewertung
Entscheidend ist die Frage, ob der Kontaktwinkel dauerhaft über 90° angehoben wird.
Durch Verdünnung, Verteilungseffekte und Transport im Porenwasser ist diese Wirkung bei wässrigen Systemen nicht immer reproduzierbar.
Die physikalische Grundlage ist hier erklärt: Kapillarwirkung im Mauerwerk
Einordnung im Vergleich
Im direkten Vergleich mit anderen Verfahren zeigt sich:
- wasserfreie Systeme arbeiten unabhängig vom Porenwasser
- keine zusätzliche Durchfeuchtung während der Injektion
- bessere Reproduzierbarkeit der Wirkung
Gesamtüberblick: Injektionsverfahren im Vergleich
Fazit
Silikon-Mikroemulsionen können unter bestimmten Bedingungen funktionieren, zeigen jedoch bauphysikalische Einschränkungen. Entscheidend ist nicht die Produktbezeichnung, sondern die tatsächliche Wirkung im Porensystem.

